Wavematters
Attending to the Spectral. Bodies, Cities, Devices
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Waves matter. Sie erleuchten nachts unsere Straßen, tragen unsere Stimmen, lassen unsere Nahrung wachsen, verschicken unsere Textnachrichten. Wellen bringen Körper, Städte, Geräte durcheinander— ihre Wirkungen sind vage, schwer in Worte zu fassen, kaum nachzuzeichnen. Zwischen Physik und Politik gehören sie nicht nur zum Spektrum. Sie sind auch spektral.
Diese Ausstellung erforscht, wie Wellen zu Dingen werden.
Waves matter. Sie erleuchten nachts unsere Straßen, tragen unsere Stimmen, lassen unsere Nahrung wachsen, verschicken unsere Textnachrichten. Schall- und elektromagnetische Wellen: das sind allgegenwärtige, unsichtbare Kräfte, die das gesellschaftliche Zusammenleben formen, indem sie Menschen, Landschaften und Artefakte verbinden. Und doch fehlt uns eine Sprache, um zu beschreiben, wie sie uns betreffen, selbst als sie zu Dingen von Belang werden: als strahlende Hitze, die das Leben unerträglich macht, als drahtlose Signale, die dystopische Zukünfte ermöglichen, oder als Umweltlärm und künstliches Licht, die menschliche und nichtmenschliche Gesundheit belasten.
Zugleich sind wir umgeben von wave matters: Bodenschwellen, die den Verkehrslärm dämpfen; Antennen auf Dächern, die 5G-Signale verbreiten; Vorhänge, Kleidung, Bäume und neuartige Beläge, die strahlende Hitze blockieren, reflektieren oder brechen. Doch die Verbindung zwischen Wellen und Dingen ist weder einfach noch stabil. Wellen bringen Körper, Städte, Geräte durcheinander— ihre Wirkungen sind vage, schwer in Worte zu fassen, kaum nachzuzeichnen. Zwischen Physik und Politik gehören sie nicht nur zum Spektrum. Sie sind auch spektral.
Diese Ausstellung erforscht, wie Wellen zu Dingen werden. Sie lädt Besucher:innen ein, das Spektrale auf drei Arten zu erleben. Sensorisch spielen wir mit den Schwellen der Wahrnehmbarkeit durch Werke, die gemeinsam mit beteiligten Künstler:innen entstanden sind. Erzählerisch greifen wir kontroverse wissenschaftliche Theorien wieder auf, die etablierte Vorstellungen vom menschlichen Körper und die Grenzen zwischen den Sinnen ins Wanken bringen. Ethnografisch präsentieren wir Dinge, die unterschiedlich in Bezug zu Wellen stehen und Geschichten davon erzählen, wie Menschen und Städte im Alltag mit Wellen umgehen.
Wavematters. Attending to the Spectral. Bodies, Cities, Devices ist das Ergebnis eines fünfjährigen ERC Consolidator Grants unter der Leitung von Ignacio Farías am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Forschungsprojekt untersuchte, wie verschiedene Akteur:innen unterschiedliche Arten von Wellen in Städten und darüber hinaus problematisieren: Schall als Lärm, Sonnenstrahlung als Hitze, künstliches Licht als Lichtverschmutzung oder Funksignale als Elektrosmog. Das Erkenntnisinteresse lag insbesodere darin, wie Menschen im Alltag ihre Betroffenheit erleben und begreifen, und wie in der Wissenschaft und der Stadtplanung diese Problematisierungen unterschiedlich adressiert werden.
WAS SIE ERWARTET
Im Zentrum der Ausstellung steht das Wellenkabinett, ein multimodales Gerät, das wellenartige Objekte ausstellt, die das WAVEMATTERS-Team während der Feldforschung gesammelt hat. Diese Objekte werden im Ausstellungsraum jeweils in Beziehung zu ihrem eigenen Kontext gesetzt. Sie erzählen davon, wie Wellen in Städten materialisiert und problematisiert werden. Diese Geschichten handeln von stacheligen Pflanzen, die Freizeitlärm in Barcelona regulieren, von Gerichtsverfahren in Großbritannien, die zu Orten des Protests gegen 5G werden, von Bekleidungsmode in Japan, die der Hitzeanpassung dient, oder von Insekten, die vor Licht geschützt werden.
Fünf künstlerische Positionen laden dazu ein, unsere Aufmerksamkeit und Sinne auf die allgegenwärtigen, aber oft unbemerkten Wellen zu richten:
- In einer Videoinstallation präsentieren Amor Schumacher und Summer Banks Gesprächsfragmente, in denen Hitze unseren Alltag auf unterschiedliche Weise durcheinanderbringt.
- Der Klangkünstler Mathias Klenner überträgt das Hintergrundrauschen eines Platzes in Barcelona in den Hauptausstellungsraum. In einer zweiten Arbeit macht er die schwer fassbaren Schwellen zwischen Wahrnehmung von Schall und Vibration in einer begehbaren Vitrine erfahrbar.
- Merche Blasco lädt die Besucher:innen ein, mit eigens angefertigten elektromagnetischen Instrumenten durch das TA-T-Gebäude zu gehen, um dessen elektromagnetisches Summen zu hören.
- Jeremy Knowles versetzt uns in die Perspektive eines Teiches im Görlitzer Park bei Nacht, wenn er durch künstliches Licht gestört wird.
- ooooo, eine techno-feministische, transuniversale Konstellation, hinterfragt konventionelle Vorstellungen von Körpern und wie sie mittels verschiedener Typen von Antennen mit elektrischen Feldern in Beziehung stehen.
Zwei interaktive Wandinstallationen rekonstruieren kontroverse wissenschaftliche Theorien rund um den Vibrationssinn und die Bioelektrizität des Körpers. Sie dokumentieren die Suche nach einem sechsten Sinn – der Vibration – und die Idee eines Körpers, der von elektrischen Strömen geformt wird.
Veranstaltungen
- Die Klangkünstlerin Merche Blasco tritt am 10. November 2026 um 20 Uhr im Rahmen der Berlin Science Week 2026 auf.
- Führungen durch Mitglieder des Wavematters-Teams am 10. November 2026, 8. Dezember 2026 und 12. Januar 2027.
- Am 27. und 28. November findet ein internationales Symposium im historischen Hörsaal des TA T zur Möglichkeit ethnographischer Forschung zum sozialen Leben von physikalischen Wellen statt. Das Symposium umfasst Gespräche zwischen dem Wavematters-Team und eingeladenen Gästen, darunter Derek McCormack, Andrew Barry, Tereza Stöckelová und Irra Giralt-Rodríguez.
Impressum
Wavematters Team
- Kuratoren: Jorge Martín Sainz de los Terreros & Ignacio Farías (IfEE, HU Berlin)
- Ethnograph*innen: Brett Mommersteeg, Nona-Schulte-Römer, Jorge Martín Sainz de los Terreros, Ignacio Farías/Albert Arias, Elisabeth Luggauer & Margherita Tess (IfEE, HU Berlin)
- Historische Forschung: Brett Mommersteeg (IfEE, HU Berlin)
- Künstler*innen: Summer Banks/Amor Schumacher, Merche Blasco, Mathias Klenner, Jeremy Knowles & ooooo
- Grafikdesign: Studio Gretzinger
- Ausstellungsdesign: Ignacio Rivas & Jorge Martín Sainz de los Terreros
- Herstellung: Ignacio Rivas, Eisenholz & Fanny Welz
- Multimediale Installation: Mariano Rosales
TA T
- Leitung, Kurator TA T: Felix Sattler
- Kuratorin für Outreach & Vermittlung: Paz Ponce
- Produktion: Fanny Welz
- Projektmanagement: Antonia Willisch, Lilli Maxine Ebert
- Öffentlichkeitsarbeit: Frederike Jaedicke-Nolte
Förderer
Finanziert durch den Europäischen Forschungsrat (ERC)
Version in Leichter Sprache
Wellen sind überall.
Wellen können Schall übertragen.
Sie können Licht und Wärme übertragen.
Sie können Radio- und Handy-Signale übertragen.
Wellen helfen uns:
- zu hören und zu sprechen
- Handys zu benutzen
- Lebensmittel anzubauen
- unsere Straßen zu beleuchten
- mit anderen Menschen zu kommunizieren
Aber Wellen können auch unseren Körper und unsere Umwelt beeinflussen.
Zu viel Wärme kann das Leben in einer Stadt schwierig machen.
Zu viel Lärm kann uns belasten.
Künstliches Licht kann Menschen, Tiere und Pflanzen beeinflussen.
Drahtlose Signale gehören zu unserem Alltag.
Die Ausstellung fragt:
Wie beeinflussen Wellen unser Leben?
Was können Sie sehen und erleben?
Die Ausstellung beschäftigt sich auf drei Arten mit Wellen.
Wir können Wellen erleben.
Fünf Künstler*innen haben Arbeiten über Schall, Wärme, Licht und elektromagnetische Wellen geschaffen.
Einige Arbeiten laden zum Zuhören ein.
Andere laden dazu ein, sich durch den Raum zu bewegen.
Bei einigen Arbeiten können Besucher*innen Wellen mit besonderen Geräten erkunden.
Wir können etwas über Wellen lernen.
Die Ausstellung erzählt Geschichten über wissenschaftliche Ideen.
Diese Ideen beschäftigen sich damit, wie unser Körper Schall, Schwingungen und Elektrizität wahrnimmt.
Wir können erfahren, wie Wellen Städte beeinflussen.
Die Ausstellung zeigt Objekte aus verschiedenen Städten.
Die Objekte erzählen Geschichten über Wellen im Alltag.
Zum Beispiel:
- Pflanzen können helfen, Lärm zu verringern.
- Menschen protestieren gegen 5G-Antennen.
- Kleidung kann helfen, mit großer Hitze umzugehen.
- Künstliches Licht kann Insekten beeinflussen.
Der Schrank der Wellen (Cabinet of Waves)
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Schrank der Wellen (Cabinet of Waves).
Dort werden Objekte aus dem Forschungsprojekt Wavematters gezeigt.
Jedes Objekt erzählt eine Geschichte.
Die Geschichten zeigen, wie Menschen Wellen in Städten erleben.
Künstlerische Arbeiten
Fünf Künstler*innen haben Arbeiten für die Ausstellung geschaffen.
Amor Schumacher und Summer Banks zeigen Gespräche über Wärme und darüber, wie sie den Alltag beeinflusst.
Mathias Klenner bringt Geräusche von einem Platz in Barcelona in das TA T.
Besucher*innen können den Unterschied zwischen Schall und Schwingung erleben.
Merche Blasco hat besondere Geräte entwickelt.
Besucher*innen können damit elektromagnetische Signale im TA T hören.
Jeremy Knowles beschäftigt sich mit künstlichem Licht und seiner Wirkung auf einen Teich und die dort lebenden Tiere.
ooooo beschäftigt sich damit, wie Körper und elektrische Felder miteinander verbunden sind.
Veranstaltungen
Während der Ausstellung gibt es mehrere Veranstaltungen.
10. November 2026, 20 Uhr
Performance der Klangkünstlerin Merche Blasco.
Die Performance ist Teil der Berlin Science Week 2026.
10. November, 8. Dezember 2026 und 12. Januar 2027
Führungen mit Mitgliedern des Wavematters-Teams.
27. und 28. November 2026
Ein internationales Symposium im TA T.
Forscher*innen und eingeladene Gäste sprechen über Wellen, Städte und den Alltag.
Über das Projekt
Wavematters ist das Ergebnis eines fünfjährigen Forschungsprojekts an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Das Projekt wurde von Ignacio Farías geleitet.
Die Forscher*innen untersuchten verschiedene Arten von Wellen und wie sie Menschen und Städte beeinflussen.
Sie beschäftigten sich mit:
- Schall und Lärm
- Sonnenlicht und Wärme
- künstlichem Licht
- drahtlosen Signalen
Die Ausstellung zeigt einige Ergebnisse dieser Forschung.


