Ausstellung

unBinding Bodies

Lotosschuhe und Korsett

2022–23

MARKK (2022), TA T (2023)

Eintritt frei (TA T)

Deutsch, Englisch

Leichte Sprache lesen ↓

Über einen Zeitraum von tausend Jahren wurden chinesischen Mädchen die Füße gebunden, um sie möglichst klein zu halten. Europäer*innen blickten mit einer Mischung aus Faszination und Befremden auf dieses Schönheitsideal. Im 19. Jahrhundert interessierten sich auch Mediziner für die sog. „Lotosfüße“. Viele entsprechende Präparate befinden sich bis heute in wissenschaftlichen Sammlungen.

Die Ausstellung zeigt diese sensiblen Objekte vor dem Hintergrund von Sozial-, Kolonial- und Medizingeschichte und untersucht das Füßebinden als situierte Praxis, die die Frauen nicht nur einschränkte, sondern auch identitätsstiftend wirkte. Ein Fokus liegt auf dem Wechselspiel von Selbst- und Fremdwahrnehmungen und der Verflechtung chinesischer und europäischer Emanzipationsbewegungen: Parallel zu den Initiativen zur „Fußbefreiung“ kämpften Frauen in Europa gegen das Korsett. Die Ausstellung gibt den Frauen eine Stimme. Künstlerische Positionen von Zhang Gong, kate-hers RHEE und Zhang Rui treten in einen Dialog mit den Exponaten und öffnen die Perspektive auf Schönheitsnormen und die Zurichtung von Körpern in der Gegenwart.

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Veranstaltungen

Impressum

Eine Ausstellung von TA T – Raum für forschende Ausstellungspraxis, Humboldt-Universität zu Berlin, MARKK – Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt und Kunstuniversität Linz und MARKK.

Leitung TA T:
Felix Sattler

Direktorin MARKK:
Barbara Plankensteiner

Wissenschaftliche Projektkleitung:
Jasmin Mersmann

Kurator*innen:
Jasmin Mersmann, Evke Rulffes, Felix Sattler
Kuratorische Assistenz: Tian Lu
Praktikantinnen: Maren Brammer, Sun Ye

Kuratorisches Team im MARKK:
Susanne Knödel, Assistant: Gesine Fehr

Künstler*innen:
kate-hers RHEE, Zhang Rui, Zhang Gong

Ausstellungsgestaltung:
Caspar Pichner

Grafikdesign:
Studio Wu 無 – Wu Yimeng, Milena Bolland

Ausstellungsmanagement:
Carl Triesch
Assistenz: Daria Dörksen, Josefine Schlebeger

Veranstaltungen, Bildung und Vermittlung MARKK:
Rilando June Lamadjido, Gabriel Schimmeroth

Provenienzforschung:
Susanne Knödel, Skadi Sarnoch, Gesine Fehr

Öffentlichkeitsarbeit & Marketing TA T:
Marlene Bart

Öffentlichkeitsarbeit & Marketing MARKK:
Sarah Khan-Heiser, Christine Ziesmer

Beratung:
Dorothy Ko

Wissenschaftlicher Beirat:
Han Congyao, Mareile Flitsch, Dorothy Ko,
Carina Phillips, Thomas Schnalke, Susanne Wernsing, Zhu Yijie

Übersetzungen:
Anke Mai, Tian Lu

Textkorrekturen:
Susanne Knödel, Gesine Fehr, Tian Lu

Konservierung, Restaurierung, Objektmontage, Sammlungstechnik:
Marika Kesler, Farideh Fekrsanati, Diana Gabler, Christiane Höber, Anett Arnold, Aika Schnacke, Ruxandra Sturm, Ella von Riesenbeck; Sami Ben Larbi (Exponat Berlin), Praktikantin: Gesine Haupt

Ausstellungsbau (MARKK und TA T):
Michael Beuttenmüller, Dirk Hanten, Andrej Goloborodko, Bastian Freyer und Team, Filmkulisse Hamburg

Fotoarchiv:
Catharina Winzer

Fotografie:
Paul Schimweg (MARKK), Michael Pfisterer (TA T)

Wir danken allen Mitarbeiter*innen der HU Berlin und des MARKK, die vor und hinter den Kulissen zur Realisierung der Ausstellung und zu ihrem Betrieb beigetragen haben.

Dank außerdem an:
Lars Amenda, Konrad Angermüller, Yorick Berta, Louisa Blenke, Paul Feigelfeld, Evelin Heuckendorf, Hannimari Jokinen, Nora Henneck, Helena Heroldová, Barbara Huber, Mechthild Leutner, Margit Leverkühne, Tony Li, Angelika Messner, Rupprecht Mayer und Haitang Mayer-Liem, Amir Moghaddass Esfehani, Juliane Noth, Gesine Parzich, Gabriel Schimmeroth, Gisela Schmidtbauer, Anna Szöke, Carl Triesch, Silke Urbanski, Andreas Winkelmann, Wang Weiqi 王玮琦, Angelika Wonisch

Förderer:
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes,
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Stiftung Preußische Seehandlung

Alfred Toepfer Stiftung

Restaurierungsförderung: Ernst von Siemens Kunststiftung

Kulturpartner:
NDR Kultur

Leichte Sprache

unBinding Bodies. Lotosschuhe und Korsett

Über viele Jahrhunderte wurden chinesischen Mädchen die Füße gebunden.

Die Füße sollten dadurch möglichst klein bleiben.

Kleine Füße galten als schön.

Europäer*innen sahen diese Praxis mit Interesse.
Sie fanden sie aber auch fremd und befremdlich.

Im 19. Jahrhundert interessierten sich auch Ärzt*innen für die sogenannten Lotosfüße.

Viele dieser Füße werden bis heute in wissenschaftlichen Sammlungen aufbewahrt.

Die Ausstellung

Die Ausstellung erzählt von:

  • dem Leben der Frauen
  • der Geschichte der Medizin
  • der Geschichte von China und Europa
  • Kolonialismus

Das Füßebinden hatte verschiedene Bedeutungen.

Es schränkte Frauen ein.

Gleichzeitig war es für manche Frauen auch Teil ihrer Identität.

Die Ausstellung fragt:

Wie sehen Menschen ihren eigenen Körper?

Und wie sehen andere Menschen diesen Körper?

Die Ausstellung zeigt auch Verbindungen zwischen China und Europa.

In China kämpften Menschen gegen das Füßebinden.

Diese Bewegung wurde Fußbefreiung genannt.

Zur gleichen Zeit kämpften Frauen in Europa gegen das Korsett.

Das Korsett sollte den Körper in eine bestimmte Form bringen.

Kunst und Schönheitsideale

Die Ausstellung gibt den Frauen eine Stimme.

Künstlerische Arbeiten von Zhang Gong, kate-hers RHEE und Zhang Rui werden zusammen mit den historischen Objekten gezeigt.

Die Kunstwerke lenken den Blick auf Schönheitsideale.

Sie fragen auch:

Wie werden Körper heute verändert und in eine bestimmte Form gebracht?

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