Ausstellung, Frühjahr 2023

Binding Bodies.

Perspektiven auf gebundene Füße

Über einen Zeitraum von tausend Jahren wurden chinesischen Mädchen die Füße gebunden, um die Füße möglichst klein zu halten. Körpermodifikationen sind in vielen Kulturen verbreitet, sie dienen u.a. der Zuordnung zu sozialen und ethnischen Gruppen. Im 19. Jahrhundert interessierten sich Mediziner für die sog. „Lotosfüße“. Viele der von ihnen hergestellten Bilder und Präparate befinden sich bis heute in wissenschaftlichen Sammlungen.
Die Ausstellung untersucht diese sensiblen Objekte vor dem Hintergrund der Kolonial-, Sozial- und Medizingeschichte und zeigt, wie sich chinesische und europäische Emanzipationsbestrebungen kreuzen: Parallel zu den Initiativen zur „Fußbefreiung“ kämpften Frauen in Europa gegen das Korsett.
Die Ausstellung gibt den Frauen eine Stimme und zeigt neben den anatomischen Exponaten viele Dinge ihres Alltagslebens. Künstlerische Positionen treten in einen Dialog mit den Exponaten, mit der traditionellen Kultivierung der Natur am Beispiel von Pekingoper und Bonsaizucht, oder kulturellen Ritualen und dem Blick auf den weiblichen Körper.

 

Team TA T: Prof. Dr. Jasmin Mersmann (Kunstuniversität Linz), Dr. Evke Rulffes, Felix Sattler, Caspar Pichner
Team MARKK: Prof. Dr. Plankensteiner, Dr. Susanne Knödel, Gabriel Schimmeroth

 

Künstlerische Positionen: kate-hers RHEE, Zhang Gong

 

 

gefördert durch die

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